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Interview

Welche Erinnerungen verbindest du am ehesten mit deiner Kindheit?
Amy: Ich erinnere mich haufenweise an Dinge, aber zuerst kommt mir eine total kitschige Cartoon-Figur namens Rainbow Bride in den Sinn. Die war so blöd, dass sie in Deutschland sicher nie einen Sendeplatz fand. Doch als Kind war Rainbow Bride meine Heldin, denn sie brachte Farbe in eine traurige, graue Welt.

Was war der skurrilste Job, den du jemals ausgeübt hast?
Amy: Mit Sicherheit meine Schauspielerei in einem Dinner-Theater. Dort kann man gleichzeitig ein Stück ansehen und essen. Das ist allerdings etwas furchtbar Altmodisches, wo nur alte Leute reingehen. Ich spielte in "Meet Me In St. Lois" und musste pausenlos fröhlich sein, mit einem betonierten Dauerlächeln auf dem Gesicht.

Vier Begriffe: Liebe, Geld, Berühmtheit, Freunde. Welcher ist für dich der wichtigste und warum?
Das ist eine knappe Entscheidung zwischen Liebe und Freunde. Offensichtlich gibt es nichts wichtigeres in der Welt als Liebe, doch Freundschaften sind ebenso bedeutend. Ich entscheide mich trotzdem für die Liebe, denn sie sollte in jeder guten Freundschaft eine Rolle spielen.

Welche war für dich die schlimmste Erfahrung in Sachen Liebe und Beziehungen?
Einer meiner Ex-Freunde entschied sich später für ein Leben als Transvestit. Für mich ist das eine seltsame Angelegenheit.

Welche die schönste?
Meine jetzige Beziehung. Mir fällt sonst keine spezielle Erfahrung ein. Und es gilt nur eine Regel: Finde den richtigen Partner! Alles andere ist egal.

Lieblingsplatte aller Zeiten?
Die existiert für mich nicht. Das ändert sich doch ständig.

Lieblingsessen?
An thailändischem Essen könnte ich mich überfressen. Besonders das Thai-Curry hat es mir angetan.

Letzte Mal, das du dich geprügelt hast?
Ich selber habe noch nie jemanden Gewalt angetan, zumindest nicht physisch. Und dass mich jemand schlug, liebt schon eine Weile zurück. Darüber rede ich besser nicht. Heute nehme ich diese Scheiße nicht mehr hin!

Wolltest du schon mal jemanden töten? Wenn ja, warum?
Vermutlich dachte jeder von uns mal im Zorn an Mord. Und ich persönlich hatte erst vor ein paar Monaten wieder dieses Gefühl. Doch wenn die Wut verfliegt, kommt man wieder auf den Boden der Tatsachen. Dann wird klar, dass Töten keine Lösung darstellt.

Hast du schon mal an Selbstmord gedacht? Warum (nicht)?
Sicherlich. Auf diese Idee kommen wohl die meisten irgendwann. Es gehört zum Leben, über alles offen nachzudenken. Aber es gibt stets einen besseren Weg, um da wieder raus zu kommen. Gründe dafür finden sich immer, doch man darf sich dem Unglücklichsein nicht ergeben. Niemals.

Was war dein schlimmster Albtraum?
Ich träume immer wieder davon, dass ich jemanden umbringe. Das ist wirklich seltsam, denn ich kann keinem wehtun. Ich bin lieb. Darauf schwöre ich jeden Eid. Doch dieser Albtraum kehrt immer wieder zurück. Es ist viel schrecklicher, wenn der Schurke in einem selber steckt. Davor kann man nämlich nicht wegrennen.

Was war der peinlichste Moment in deinem Leben?
Ich fiel schon ein paar Mal von der Bühne, was sicherlich vielen Leuten peinlich wäre. Doch mit zwölf Jahren passierte mir etwas richtig Dummes. Ich kletterte einen Baum hoch. Doch als ich wieder runterrutschte, blieb mein Bugs Bunny-Pullover an einem Aststumpf hängen. Alles rutsche mir über den Kopf. Dort baumelte ich mit den Armen nach oben und entblößtem Oberkörper. Ein paar Jungs aus meiner Klasse sahen mich so, setzen sich auf einen Zaun und lachten sich schlapp. Das alles dauerte nur eine Minute, doch es fühlte sich an wie eine Ewigkeit.

Was hast du derzeit in deiner Hosentasche?
Lass mich nachsehen: Auf der einen Seite findet sich eine dänische Krone, eine Euro-Münze, ein Stück Papier mit Zahlen und Notizen, denn ich kriege mein Leben nie richtig organisiert und muss mir alles aufschreiben. In der anderen Tasche habe ich meinen Tagesplan und sogar noch ganze 210 Dollar. Hey!

Wen würdest du gerne Mal neben dir auf der Bettkante sitzen haben und warum?
Jim Morrison von den Doors wäre cool. Natürlich nur, wenn er noch unter den Lebenden weilte. Er wäre bestimmt ein sehr spannender Gesprächspartner.

Dein größter, bis dato unerfüllter Wunsch?
Das ist wirklich eine schwierige Frage. Ich bin noch lange nicht damit fertig, der Welt meine Musik zu schenken. Es gibt noch viel, das ich veröffentlichen möchte, damit die Menschen es sich anhören können.

Wie würdest du eine Band einem Außerirdischen beschreiben?
Es ist Lärm aber trotzdem schön. Meine Texte sind trauernd und in sich gekehrt, aber dafür müssten die Außerirdischen schon Englisch verstehen. Wie erklärt man einem Alien überhaupt irgendetwas?
 

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